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Rendsburg – Frauke Kondritz kann viel davon erzählen, wie sich das Familienbild in den vergangenen Jahrzehnten gewandelt hat. Fast 25 Jahre hat sie Familien begleitet. Die Leiterin der Evangelischen Familienbildungsstätte (FBS) des Kirchenkreises Rendsburg-Eckernförde war immer nah dran an gesellschaftlichen Entwicklungen und hat sich stark gemacht für Familien mit ihren unterschiedlichen Bedürfnissen. Ende April geht die 65-Jährige in den Ruhestand.

Ihren Dienst begann sie damals noch im Christophorushaus in Rendsburg, der „Mütterschule“ wie das Haus damals umgangssprachlich bei einigen noch hieß. „Manche unserer Teilnehmerinnen hatten als Kind schon mit ihren Müttern bei uns Kurse besucht. Nun kamen sie mit ihren eigenen Kindern“, erinnert sich Frauke Kondritz. Die ausgebildete Realschullehrerin kam nach ihrer eigenen Familienzeit zur FBS. Gerade hatte sie eine Weiterbildung zur Wirtschaftsreferentin Sozialwesen an der IHK absolviert, das jüngste von drei Kindern kam in die Schule, da startete sie in Rendsburg durch. Damals seien die Renner unter den Kursen die Baby- und Kindergruppen sowie die Kreativ- und Kochkurse gewesen, sagt Kondritz. Viele Mütter seien länger mit ihren Kindern zu Hause gewesen. „Unsere Kursleitungen waren damals häufig Frauen, die sich gerade in dieser Kinderphase befanden.“ Dieses Bild wandelte sich, Mütter kehrten früher in den Job zurück. Immer am Puls des gesellschaftlichen Wandels habe sich auch die FBS-Arbeit geändert. DELFI®-Kurse für Mütter und Väter mit Kindern im ersten Lebensjahr seien nun stark nachgefragt, Eltern-Kind-Gruppen sowie Musikgruppen für Kleinkinder dagegen kaum noch. Dafür entstanden neue Projekte wie zum Beispiel „Kinderbetreuung durch Seniorinnen“. Auch „wellcome“, Unterstützung für Familien mit Babys im ersten Lebensjahr, sei eine wertvolle Ergänzung. Dazu kam 2007 das Mehrgenerationenhaus in den Räumen der FBS, ein Treffpunkt für nachbarschaftliche Hilfe und viele offene Angebote für Generationen. Mittlerweile finden die meisten FBS-Veranstaltungen im Zentrum für Kirchliche Dienste am Margarethenhof statt.

„Mir hat die Arbeit hier immer sehr viel Spaß gemacht“, sagt Kondritz. Neben den Angeboten für Familien sei ihr auch die evangelische Bildungsarbeit immer wichtig gewesen. Glaube leben, Menschen willkommen heißen, Unterstützung geben: All das hat sie gern getan. Ihr Motor für neue Ideen war der gesellschaftliche Wandel. Gemeinsam mit ihrem Team schaute sie, was gefragt war, und entwickelte dann Kurse und Veranstaltungen. „Die FBS-Arbeit ist einfach immer hochaktuell“, sagt sie. Familien bräuchten Unterstützung, gerade in Krisenzeiten werde das deutlich. „Und die Angebote müssen bezahlbar sein. Das ist wichtig“, findet Kondritz. Ohne Unterstützung von Partnern gehe es nicht. Geschätzt hat sie an ihrer Arbeit die Vielfalt, die Vernetzung mit anderen, die Arbeit mit den Kursleitungen und natürlich die Zusammenarbeit mit den Kolleginnen und Kollegen. „Ich hatte hier ein sehr nettes Team.“ Für sie bleibt die Arbeit mit Familien eine Herzensangelegenheit. Als Oma von drei Enkelkindern bekomme sie hautnah die Herausforderungen von Familien mit. Sie hofft, dass die FBS-Arbeit auch weiterhin vielen Familien nutzen wird. „Die Arbeit wird dringend gebraucht. Die FBS ist eine wichtige Stütze für Familien.“

Verabschiedet wird Frauke Kondritz am Dienstag, 26. April, um 11 Uhr im Rahmen eines Gottesdienstes in der katholischen Kirche St. Michael, Am Margarethenhof 39, in Rendsburg.

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